Struvitsteine beim Hund

Struvitsteine beim Hund

Struvitsteine kommen bei Hunden häufiger vor, als viele vermuten – mit der richtigen Strategie lassen sie sich jedoch gut in den Griff bekommen. Sie bestehen aus Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat) und treten zunächst als feine Kristalle auf, bevor sich größere Steine entwickeln. Wir verraten dir, wie du Struvitsteine bei Hunden erkennen, behandeln und langfristig vermeiden kannst.

Reading time: 4min
From: Alena Thielert
Modified: 30.03.2026
Published: 30.03.2026

Was sind Struvitsteine?

Struvitsteine sind mineralische Ablagerungen, die sich in der Blase bilden. Häufig beginnt alles mit mikroskopisch kleinen Struvitkristallen, die sich bei erhöhtem pH-Wert im Urin zu größeren Konglomeraten verbinden. Dies passiert in 50% der Fälle durch eine vorangehende bakterielle Infektion der Blase. Im Gegensatz zu manchen anderen Steinarten lassen sich Struvitsteine beim Hund auflösen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – vor allem, wenn der Urin gezielt angesäuert und eine zugrunde liegende Infektion behandelt wird. Je früher du Struvitsteine beim Hund erkennst, desto leichter ist die Therapie.

Ursachen: Wodurch entstehen Struvitkristalle bei Hunden?

In vielen Fällen ist die Ursache eine Harnwegsinfektion mit ureasebildenden Bakterien. Diese Keime spalten den Harnstoff im Urin, was den pH-Wert in den basischen Bereich steigen lässt und so die Bildung von Struvit begünstigt. Weitere Auslöser können eine geringe Wasseraufnahme, seltenes Lösen, anatomische Besonderheiten und eine ungünstige Mineralstoffbilanz im Futter sein.

Bedenke dabei: Manche Hunde haben ihr Leben lang einen eher basischen Harn-pH-Wert, ohne jemals Steine auszubilden. Der pH-Wert alleine ist also noch kein Grund zur Besorgnis.

Wichtig zu wissen: Wenn der pH-Wert nicht im Blick behaltet und die eigentliche Ursache nicht behandelt wird, können sich die Kristalle immer wieder neu bilden.

Typische Symptome für das Krankheitsbild

Struvitsteine machen sich bei Hunden durch verschiedene Anzeichen bemerkbar – typische Symptome sind zum Beispiel:

  • Vermehrtes Wasserlassen in kleinen Mengen
  • Pressen, Schmerzen oder Unruhe beim Lösen
  • Übelriechender oder trüber Urin
  • Blut im Urin
  • Lecken im Genitalbereich
  • Gelegentliche Unsauberkeit in der Wohnung
  • Bauchschmerzen
  • Mattigkeit

Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen der Harnwege auftreten können, ist eine eindeutige Abklärung durch den Tierarzt oder die Tierärztin erforderlich.

Diagnose: Schritt für Schritt erklärt

Für eine sichere Diagnose ist eine frische Urinprobe entscheidend. Dabei wird unter anderem der pH-Wert gemessen und das sogenannte Urinsediment untersucht. Zusätzlich kann eine Bakterienkultur zeigen, ob Keime beteiligt sind und welches Medikament im Ernstfall am wirksamsten ist. Mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen lassen sich die Lage, Anzahl und Größe der Steine bestimmen. Auf dieser Grundlage lässt sich eine  passende Behandlung planen.

Möglichkeiten zur Behandlung von Struvitsteinen

Die Behandlung richtet sich nach der Größe der Steine, pH-Wert und Infektionslage. Um die Struvitsteine beim Hund wieder loszuwerden, gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche stets tierärztlich abgestimmt werden sollten:

  • Antibiotische Therapie: Bei infektionsbedingten Struvitsteinen wird in der Regel ein Antibiotikum verabreicht, meist bis über die vollständige Auflösung hinaus.
  • Therapeutische Diät: Spezialfutter senkt den Urin-pH in den leicht sauren Bereich und reguliert Magnesium und Phosphat.
  • Ansäuerung des Urins: In ausgewählten Fällen kommt die Aminosäure Methionin ergänzend zur Diät zum Einsatz – nur nach tierärztlicher Rücksprache.
  • Wasseraufnahme steigern: Mehr Harnvolumen verdünnt Kristalle und unterstützt das „Ausspülen“. Nassfutter, Trinkbrunnen oder Brühezugabe können helfen.
  • Schmerz- und Spasmolytika: Lindern Beschwerden und erleichtern das Wasserlassen in der Akutphase.
  • Chirurgische oder minimalinvasive Entfernung: Große oder obstruktive Steine, die sich nicht auflösen lassen, werden operativ (z. B. Zystotomie) oder minimalinvasiv (Laserlithotripsie, Urohydropropulsion) entfernt.
  • Hausmittel: Manche setzen zur Harnwegsunterstützung auf Cranberrys. Die enthaltenen Polyphenole können das Anhaften bestimmter Bakterien beeinflussen – ersetzt jedoch keine tierärztlich gesteuerte Behandlung.

So kannst du Struvitkristalle vorbeugen

Mit ein paar festen Routinen hältst du das Harnmilieu stabil und senkst das Rückfallrisiko nachhaltig:

  • Stets frisches Wasser anbieten und vorzugsweise wasserreiches Nassfutter füttern. Bei Trockenfutter unbedingt die Trinkmenge aktiv erhöhen.
  • Achte darauf, mit deinem Hund regelmäßig Gassi zu gehen – je häufiger er sich lösen kann, desto besser werden Keime und kleine Kristalle ausgespült.
  • Behalte den pH-Wert des Urins im Blick. Dieser sollte regelmäßig gemessen und dokumentiert werden. 
  • Lasse nach jeder Infektion eine Kontrolluntersuchung machen, um Rückfälle zu vermeiden.
  • Wähle ein bedarfsgerechtes Hundefutter mit ausgewogener Mineralstoffbilanz.

Mit früher Diagnose, konsequenter Therapie und einer passend abgestimmten Fütterung bekommst du Struvitsteine nachhaltig in den Griff.

Ernährung und passendes Hundefutter

Die richtige Ernährung ist ein zentraler Baustein der Therapie und Prophylaxe. Das Hundefutter sollte den Urin in einen leicht sauren Bereich führen und die Mineralstoffzufuhr (Magnesium, Phosphat) kontrollieren. Welches Futter konkret passt, entscheidet der Tierarzt oder die Tierärztin – je nach pH-Wert, Urinbefund und Infektionslage. Generell gilt: Nassfutter ist vorteilhaft, weil es die Wasseraufnahme erhöht; Trockenfutter kann funktionieren, wenn zusätzlich ausreichend getrunken wird. 

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Alena Thielert

My dog Negrutu and I joined the VEGDOG pack in October 2020. I can now use my degree in environmental protection and experience from various activities in environmental and animal protection for the newsletter, YouTube channel, PR and blog.

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