Verstopfung beim Hund: Ursachen, Auswirkungen und Hausmittel

Verstopfung beim Hund: Ursachen, Auswirkungen und Hausmittel

Lesedauer: 10min
Von: Carla Steffen
Geändert: 19.06.2024
Veröffentlicht: 17.06.2024

Erkennung und Ursachen von Verstopfung bei Hunden

Hast du bemerkt, dass deine Fellnase seit einigen Tagen keinen Haufen gemacht hat und machst dir langsam Sorgen? Häufige Ursachen können Nahrungsmittel wie Kauknochen sein. In diesem Artikel erfährst du, wie du Verstopfung bei deinem Vierbeiner erkennen kannst und wann es ratsam ist, eine Tierarztpraxis aufzusuchen.

Was verursacht Verstopfung bei Hunden?

Das Verfüttern von Knochen ist eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung. Dies kann passieren, wenn zu viele Knochen verfüttert werden, was zu einem weißlichen, bröseligen Kot führen kann, bekannt als Knochenkot.

Diäten, die arm an Ballaststoffen sind, können ebenfalls zu verhärtetem Kot oder Verstopfung führen, da Ballaststoffe die Verdauung unterstützen. Ein Mangel an Ballaststoffen kann also auch die Ursache für Verstopfung sein.

Mangelnde Bewegung kann ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen, da Bewegung die Darmaktivität stimuliert. Bewegungsmangel kann daher zu Verstopfung und Blähungen führen.

Dehydrierung kann auch zu festem Kot führen, da Flüssigkeit die Verdauung unterstützt. Wenn ein Hund nicht genug Wasser trinkt, kann der Körper Feuchtigkeit aus dem Kot entziehen, was zu Verhärtung führt. Besonders bei der Fütterung von Trockenfutter ist es wichtig, sicherzustellen, dass die Fellnase ausreichend trinkt.

Es gibt jedoch auch andere Faktoren, die zur Verstopfung führen können, wie das Verschlucken von Fremdkörpern, Vorerkrankungen wie Tumore sowie die Einnahme bestimmter Medikamente wie Schmerzmittel, Eisenpräparate oder entwässernde Medikamente. Im Verdachtsfall sollte ein tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Symptome

Wenn dein Vierbeiner selten Kotabsatz hat oder besonders lange braucht, um Kot abzusetzen, kann dies ein Anzeichen für Verstopfung sein. Auch harter oder sehr trockener Kot kann auf Verstopfung hinweisen. Wenn deine Fellnase sich also krümmt und der Kot aus harten, kleinen Stücken besteht, sollte Verstopfung in Betracht gezogen werden. Symptome wie Rückenkrümmung oder Stöhnen beim Bewegen können auf Bauchschmerzen und damit auf verhärteten Kot  hinweisen. Wenn deine Fellnase zusätzlich zur Futterverweigerung oder zum Erbrechen neigt, solltest du eine Tierarztpraxis aufsuchen, da dies auf einen Darmverschluss hindeuten kann.

Folgen einer Verstopfung

Einige Hunderassen neigen stärker zu Verstopfung als andere. Kleinere Hunderassen können bereits bei geringeren Mengen unverdaulicher Substanzen Verstopfung entwickeln, während größere Hunderassen oft widerstandsfähiger sind. Im Folgenden werden die Unterschiede aufgezeigt:

…bei kleinen Hunden

Wie bereits erwähnt, ist zu berücksichtigen, dass kleinere Hunde bei geringeren Mengen schneller Symptome zeigen als größere. So kann ein kleiner Knochen bereits zu Knochenkot führen, während große Hunde denselbigen als Leckerli verspeisen können. Außerdem können kleinere Hunderassen anfälliger für Dehydrierung sein. Dies liegt an ihrem geringeren Körpergewicht, einer häufig erhöhten Aktivität und einer geringeren Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen, wodurch kleine Hunde schneller austrocknen können.

…bei Seinoren-Hunden

Ältere Hunde sind oft anfälliger für viele Faktoren, die Verstopfung begünstigen können. Zum Beispiel müssen ältere Hunde aufgrund von Arthrose häufiger Schmerzmittel einnehmen und bewegen sich aufgrund ihres Alters weniger. Zudem können im Alter Veränderungen im Stoffwechsel auftreten, wodurch der Darm weniger effizient arbeitet und das Passieren des Kots  erschwert wird. All diese Faktoren können zu Verstopfung bei älteren Hunden führen. Daher gibt es spezielles Hundefutter, wie das SENIOR ERBSEN & HIRSE von VEGDOG.

Schnelle Hilfe und wirksame Hausmittel: Die richtige Behandlung

Zunächst einmal sollte darauf geachtet werden, dass alle möglichen Ursachen ausgeschlossen werden können. Du kannst deiner Fellnase zum Beispiel vermehrt Wasser anbieten oder ihm eine ballaststoffreichere Ernährung zur Verfügung stellen. Auch zusätzliche Bewegung wird von den meisten Hunden gerne angenommen. Bei Stoffwechselproblemen aufgrund einer Futterumstellung kann auf Schonkost wie spezielles Diätfutter umgestiegen werden. Es gibt zum Beispiel spezielles Hundefutter für ältere Hunde, das Problemen wie Verstopfung entgegenwirken soll. Auch eine Morosche Suppe kann die Verdauung unterstützen. Bei Stoffwechselproblemen sollte auch auf das Verfüttern von Knochen verzichtet werden.

Um eine leichte Verstopfung zu lösen, können Hausmittel wie, Chia-Samen, Leinsamen, Flohsamenschalen oder auch Öl verwendet werden. Achtung: All diese Faserstoffe sollten mit sehr viel Wasser gefüttert werden! Öle können eine abführende Wirkung haben. Chia-Samen, Leinsamen und Flohsamenschalen enthalten die notwendigen Ballaststoffe, um der Verstopfung entgegenzuwirken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Kauknochen zu verhärtetem Kot führen?

Ja, Knochen können zu einem sogenannten Knochenkot führen, bei dem die Knochen nicht vollständig verdaut werden können. Dieser Kot ist weiß und sehr hart. Da Knochen, wie zum Beispiel Hühnerknochen, splittern können, ist es ratsam, in solchen Fällen eine Tierklinik aufzusuchen.

Kann Reis eine Ursache sein?

Nein, normalerweise ist Reis keine Ursache für Verstopfung. Im Gegenteil: Reis ist sehr leicht verdaulich und kann daher sogar helfen, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Dies gilt allerdings nicht für ungekochten oder nicht ganz durchgekochten Reis.

Wie lange darf ein Hund keinen Kot absetzen?

Eine Verstopfung sollte in der Regel innerhalb von maximal zwei Tagen von selbst abklingen. Sollte die Verstopfung länger anhalten, ist es ratsam, eine Tierarztpraxis aufzusuchen. Wenn Kot zu lange im Darm verbleibt, können sich giftige Substanzen ansammeln. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Darmverschluss kommen, der in schweren Fällen den Darm vollständig blockiert.

Carla Protrait Carla Steffen

Seit Herbst 2020 bin ich Teil des VEGDOG-Teams und darf als Tierärztin abwechslungsreiche und spannende Aufgaben im Bereich Kundenberatung, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung übernehmen. Die besten Prüfer von Geschmack und Qualität sind dabei unsere Vierbeiner selbst.