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Futterumstellung bei Hunden mit chronischer Nierenerkrankung (CNE)

Hat euer Hund eine chronische Nierenerkrankung, rät der Tierarzt in den allermeisten Fällen dazu, das Futter auf eine Nierendiät umzustellen. CNE ist eine langsame, aber über Monate und Jahre unaufhaltsam fortschreitende Abnahme der Nierenfunktion. Diese ist leider unheilbar. Aber die gute Nachricht ist, ihr könnt mit einer optimal angepassten Fütterung …:

  • …das noch funktionierende Nierengewebe so lange wie möglich erhalten und die Krankheit positiv beeinflussen.
  • die Lebensqualität eures Hundes optimieren. 
  • Symptome lindern. 
  • eurem Hund helfen noch jahrelang, gut mit der Erkrankung zu leben.

Die Niere – ein Wunderorgan

Die Nieren erfüllen zahlreiche lebenswichtige Aufgaben im Organismus. Im gesunden Zustand sind sie sehr leistungsfähig und können jahrelang eine Funktionsstörung kompensieren. Gemein dabei ist, dass bereits 70% des Nierengewebes dauerhaft geschädigt ist, bevor es zu auffälligen Symptomen kommt. Ist dies passiert, sammeln sich alle Giftstoffe, die die Niere nicht mehr ausscheiden kann, im Körper an, welche das Nierengewebe immer weiter zerstören.

Eine frühe Diagnose und eine sofortige und lebenslange Therapie führt häufig zu einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufes.

Deshalb ist es umso wichtiger spätestens ab dem 5. Lebensjahr regelmäßige Nieren-Checks (Blutbild, Harnwerte, ggf. Ultraschall) beim Tierarzt durchzuführen, auch wenn der Hund noch keine Symptome zeigt*.

*Bei Hunderassen mit einer erblichen Veranlagung, eine CNE zu entwickeln, sollte mit den Nieren-Checks schon früher begonnen werden. 

Welche Funktion hat die Niere beim Hund?

Die größte Filteranlage eures Hundes sind seine zwei Nieren. 

Sie haben vielfältige Aufgaben im Körper:

  • Reinigung des Blutes von Gift- und Abfallstoffen insbes. Abbauprodukten des Eiweißstoffwechsels in den sogenannten Nephronen (Nierenkörperchen). Je Niere besitzen Hunde unglaubliche 180.000 – 400.000 dieser Filter
  • Regulation des Blutdruckes, Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Säure-Basen- Gleichgewichts
  • Harnproduktion 
  • Ausschüttung bestimmter Hormone 
  • Biosynthese von Erythropoetin zur Bildung der roten Blutkörperchen

Ursachen für eine CNE beim Hund

  • Angeborener Nierenschaden
  • Rassenprädisposition:  Dalmatiner, Deutscher Schäferhund, Cocker Spaniel, Pudel, Berner Sennenhund, Beagle, Lisa Apsis, Samoaeden, Rottweiler, Dobermännern, Chow-Chow oder Golden Retriever sowie sämtliche Terrier-Rassen wie z.B. Yorkshire Terrier haben eine genetische Veranlagung für Nierenprobleme
  • Medikamente: Eine langfristige Medikamentengabe kann der Auslöser für eine CNE sein
  • Alter: Die Filterleistung der Nieren lässt mit dem Alter nach
  • Fütterung: Zu hohe Eiweiß- bzw. Phosphorkonzentrationen im Futter können bei Hunden, die bereits Nierenprobleme haben, weitere Probleme verursachen
  • Krankheiten: Infektionen, Zuckerkrankheit, Infektionskrankheiten wie Leptospirose, Borreliose, Leishmaniose, Gebärmuttervereiterung, Erkrankungen der ableitenden Harnwege (wie Blase und Harnleiter), Nierensteine, Nierenzysten, Tumore
  • Traumatische Einflüsse: Verletzungen oder eine, durch einen Unfall verursachte, vorübergehend schlechte Durchblutung der Nieren
  • Umwelt: Chemikalien und Toxine, welche zu Nierenschäden führen können

Symptome einer CNE

Eines der wohl am einfachsten zu erkennenden Anzeichen ist häufiges Trinken und damit einhergehend häufiges Urinieren. 

Mit fortlaufender Erkrankung sammeln sich vermehrt Giftstoffe  im Blut an (Azotämie), d.h. im Blut befinden sich erhöhte Konzentrationen von Harnstoff, Kreatinin oder anderen stickstoffhaltigen Substanzen, was wiederum zu einer Vergiftung des ganzen Organismus und vielfältigen Symptomen führt.

Erst im fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung zeigen sich weitere Symptome

  • Vermehrtes Trinken und Harnabsatz
  • Unlust beim Fressen, ggf. mit Gewichtsverlust
  • Energiemangel, Lustlosigkeit, Schwäche
  • Urinartiger Mundgeruch, blasse Schleimhäute
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Entzündungen der Magenschleimhaut
  • Immer wieder auftretender Durchfall und/oder Erbrechen
  • Stumpfes Fell
  • Krankheitsanfälligkeit, häufige Infektionen
  • Bluthochdruck

Diagnose – welche Untersuchungen sind nötig? 

Euer Tierarzt führt erst einmal eine gründliche Allgemeinuntersuchung mit Blutdruckmessung bei eurem Hund durch. Daran schließen weitere Untersuchen an, um festzustellen, ob und in welchem Umfang die Nieren eures Hundes erkrankt sind:

  • Blutanalyse: Kreatinin- und Harnstoffwerte sind erhöht, da diese Schlackenstoffe aufgrund der gestörten Nierenfunktion nicht mehr ausreichend aus dem Blut gefiltert werden können. Der Natrium- und Phosphorwert gibt ebenfalls Auskunft über den Grad der Schädigung. Der Biomarker SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin) hilft CNE bereits in einem früheren Stadium zu erkennen. 
  • Urinuntersuchung: Blut-, Eiweiß- und Zuckergehalt geben Aufschluss über die Nierenfunktion und den Schweregrad der Erkrankung 
  • Röntgen oder Ultraschall: Veränderungen in Struktur, Form und Lage der Nieren werden sichtbar

Wie sieht die Therapie aus und was hat das alles mit der Ernährung zu tun?

Für eine langfristig erfolgreiche Behandlung ist es entscheidend, die Therapie regelmäßig von eurem Tierarzt überwachen zu lassen. 

  • Medikamentelle Therapie: Trägt zur Entlastung der Niere bei, mildert die Symptome, verlangsamt das Fortschreiten der Erkrankung und dämmt die Störungen des Flüssigkeits-, Elektrolyt-, Vitamin- und Mineralstoffhaushalts sowie des Säure-Basen-Gleichgewichtes ein
  • Spezielle Nierendiät: Entscheidend sind ein reduzierter Phosphor- und Eiweißgehalt, bei hoher Eiweißqualität, die Schmackhaftigkeit des Futters und die  Deckung des Energie- und Nährstoffbedarfs  
  • Ausreichende Trinkmege: Eurem nierenkranken Hund muss immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen- Tag und Nacht. Er kann seinen Urin nicht mehr ausreichend konzentrieren und verliert dadurch zu viel Flüssigkeit. Kann er diesen Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, droht eine lebensbedrohliche Austrocknung. 
  • CNE auslösende Krankheiten (siehe Ursachen) vermeiden und behandeln

Wie sieht die spezielle Nierendiät für euren Hund mit CNE aus?

WICHTIG: Die Nierendiät und die verschriebenen Medikamente müssen immer wieder an die aktuellen Blutwerte eures Hundes angepasst werden.

Vor allem die Futterumstellung sollte frühzeitig umgesetzt werden, nicht erst bei schwerwiegenden klinischen Symptomen.

Reduzierter Eiweißgehalt mit hoher Eiweißqualität

Eiweiß wird zu Harnstoff abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Ziel einer Nierendiät ist es, die Ansammlung des Harnstoffes im Blut zu reduzieren und euren Hund gleichzeitig mit genügend Proteinenzu versorgen. Damit genügend essentielle Aminosäuren für eine gesunde Zellneubildung vorhanden sind, sollten die verwendeten Eiweiße sehr gut verdaulich sein (weniger Giftstoffbildung) und eine hohe Eiweißqualität haben.

Pflanzliches Protein kann auch bei CNE eine gute Alternative darstellen, sofern es optimal aufgeschlossenwurde. Beim VEGDOG GREEN CRUNCH sind alle Proteine optimal aufgeschlossen. Damit sind für euren Hund genügend essentielle Aminosäuren verfügbar und sehr gut verdaulich

Reduzierter Phosphorgehalt, ggf. auch Natriumgehalt

Es gibt zwei Möglichkeiten den Phosphorgehalt des Futters zu reduzieren:

  • Verwendung eines phosphatarmen Futters 
  • Einsatz eines Phosphatbinders, wobei überschüssiges Phosphat im Darm gebunden und dann mit dem Kot ausgeschieden wird

Euer Tierarzt entscheidet, was in eurem Fall sinnvoller ist.

Knochen, Knochenmehle, Innereien, Hefe oder Molke haben einen hohen Phosphorgehalt und sind für CNE Hunde leider tabu.

Da bei CNE auch die Natriumausscheidung gestört ist muss ggf.  zusätzlich der Natriumgehalt reduziert werden. Dies erreicht ihr z.B. durch das Weglassen salzhaltiger Futterkomponenten. Bitte sprecht dies unbedingt vorher mit eurem Tierarzt ab. Er entscheidet anhand der Blutergebnisse, ob natriumarmes Futter notwendig ist.

Ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen

Durch die erhöhte Ausscheidung wasserlöslicher Vitamine werden bei CNE, solltet ihr unbedingt auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen und Zufuhr von B Vitaminen, Vitamin D, eventuell Kalium und Eisen achten.


Da die Ansammlung der Giftstoffe Auswirkung auf den Geschmacks- und Geruchssinn eures Hundes hat und der Appetit dadurch oftmals reduziert ist, solltet ihr besonders schmackhafte Nahrung mit einem hohen Energieanteil füttern. 

2-3 Mahlzeiten über den Tag verteilt entlasten den Stoffwechsel und sind bei CNE ratsam. Eure Leckerlis und Kauartikel nicht vergessen! Sie gehören zur Aufstellung der Nierendiät mit dazu und müssen eventuell sogar weggelassen werden.

Mit den richtigen sofortigen Maßnahmen kann euer Hund auch mit CNE ein gutes und glückliches Leben führen. Viel Liebe, Zuwendung, leckeres Fressen und gute Hundekumpels erleichtern den Alltag eures Hundes mit so einer schweren Erkrankung enorm J

Die wichtigsten Punkte, mit denen ihr eurem Hund helfen könnt, haben wir hier noch einmal für euch zusammengefasst:

Allgemeine Tipps für Hunde mit chronischer Nierenerkrankung:

  • Lasst den Zustand eures Hundes regelmäßig vom Tierarzt überwachen
  • Vermeidet stressige Situationen für euren Hund
  • Medikamentengabe immer mit eurem Tierarzt absprechen, um keine Verschlechterung der Nierendurchblutung zu verursachen
  • Stellt frühzeitig das Futter auf eine Nierendiät um, nicht erst bei schwerwiegenden klinischen Symptomen
  • Eurem nierenkranken Hund muss immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen – Tag und Nacht

Euer VEGDOG- Team

Eine Futterumstellung sollte immer mit einem Tierarzt abgesprochen werden. Bei Fragen rund um diese Erkrankung könnt Ihr euch gerne an unsere Tierärztin Lisa Walther wenden unter [email protected]

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