Empfehle & Spare

FAMILIENZUWACHS! ADOPTIEREN ODER KAUFEN?

Einen Hund in der Familie aufzunehmen, ist etwas ganz Besonderes – aufregend und spannend! Die Frage, welcher Hund am besten passt, will gut überlegt sein. Ebenso die Entscheidung, wo er herkommt: Ein Welpe von einem Züchter mit einem sauberen Stammbaum und Papieren? Von einer der unzähligen Organisationen, die arme Seelen aus dem Ausland retten oder doch lieber aus einem deutschen Tierheim? 

Mit den verschiedenen Optionen sollten sich künftige Hundeeltern gut auseinandersetzen, bevor der Zuwachs in die Familie kommt. 

Manche Menschen wünschen sich einen Welpen vom Züchter mit einem festgehaltenen Stammbaum und Papieren. Ein junger Hund, der gut sozialisiert ist, weniger anfällig für Krankheiten und noch nichts Schlechtes erlebt hat. 

Doch hier müssen ein paar Punkte berücksichtigt werden: Die klassische Zucht folgt strengen Richtlinien (1), bei denen Tiere schnell aus dem Raster fallen. Den gewünschten Farbton um wenige Nuancen verfehlt, wird das Rassetier zum Wegwerfprodukt und endet im schlimmsten Fall als Tierfutter. Doch macht ein „zu hell“ oder „zu dunkel“ ein Tier weniger liebenswert? 

Auch Qualzuchten sind ein alarmierendes Stichwort. Platte Nasen, durch die kaum noch Luft kommt (2); kurze Schwänze, die keine hundetypische Kommunikation mehr zulassen; hervorquellende Augen und schiefe Beine – bei Zucht stehen häufig die Optik und natürlich Profit im Vordergrund, nicht das Wohl des Tieres. Manche Zuchtformen bedeuten sogar einen körperlichen Schaden für die Tiere: Möpse beispielsweise leiden aufgrund ihrer platten Schnauze schnell an Atemnot (3). Farbvarianten wie Blue Line oder Merle gehen mit einer solch starken Genmutation einher, dass Krankheiten keine Seltenheit sind: Taubheit und verkleinerte Augen bis Blindheit kommen bei Merle-Hunden häufig vor (4), während Hunde im Blue Line-Look nicht selten an Hauterkrankungen leiden, die nicht heilbar sind (5). Und all das obwohl Qualzuchten laut §11b Tierschutzgesetz verboten sind. Doch schwammige Formulierungen, Mangel an Kapazitäten bei den Behörden und fehlende Nachverfolgung ermöglichen diese tierschutzwidrigen Zuchten (6). 

Wir als tierliebe Hundehalter*innen haben es in der Hand, für welches Tier wir uns entscheiden und wovon wir uns abwenden. Denn auch hier gilt: Die Nachfrage reguliert das Angebot.

Vom illegalen Welpenhandel (7) haben die meisten Hundehalter*innen sicher schon gehört: Hunde werden in Osteuropa unter katastrophalen Bedingungen vermehrt und auf Online-Portalen zum Kauf angeboten – niedliche Welpen aus angeblicher Hobbyzucht. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um zu Geburtenmaschinen degradierte Hundemütter, die in ihren eigenen Exkrementen liegend in engen Käfigen einen Wurf nach dem anderen produzieren müssen. Hundegerechtes Futter und medizinische Versorgung? Fehlanzeige! Wenn sie nicht mehr „gut genug“ sind, werden sie entsorgtDie Rüden hingegen werden mit Hormonen vollgepumpt, um ständig unter Gewalteinfluss wie Stromschlägen oder Tritten decken zu können (8). 

Und die Welpen werden viel zu früh (in der Regel nach zwei bis vier Wochen (8)) von ihren Müttern getrennt, wodurch ihnen nicht nur die wichtige Muttermilch, sondern auch die nötige Sozialisierung fehlt. Verhaltensstörungen und ein schwaches Immunsystem können die Folge sein. Ohne die lebensnotwendigen Impfungen werden sie schließlich im Auto über die Landesgrenze geschmuggelt, was für manche Welpen den Tod bedeutet. Andere sind schwer krank. Die Papiere sind entweder nicht vorhanden oder gefälscht (8). Laut EU werden 50.000 Welpen pro Monat in den europäischen Ländern illegal gehandelt. 

Früher haben auffallend niedrige Preise stutzig gemacht. Doch heute bieten die Händler die Welpen zu den gleichen Preisen an wie Züchter. So fällt es schwerer, dieser Falle zu umgehen und illegalen Handel aufzudecken. Daher sollte genau überlegt werden, woher der neue Familienzuwachs kommen sollte. 

Wer auf illegale Händler aufmerksam wird, sollte diese in jedem unter diesem Link melden (9).

Etwa 350.000 Tiere (10) landen jedes Jahr in einem der etwa 500 Tierheime in Deutschland und warten dort auf ein neues Zuhause, eine neue Familie. Ob ausgesetzt, zurückgelassen, zu hohe Kosten oder zu wenig Zeit – hier sammeln sich Tiere mit den verschiedensten Abgabegründen. Eines aber haben alle gemein: Sie sind liebenswert und haben eine zweite Chance verdient. Sie möchten den Gitterkäfig gegen ein eigenes Hundebett und die bemühten, aber viel beschäftigten Pfleger*innen gegen einen eigenen Menschen, der die Aufmerksam nur ihnen schenkt, eintauschen. Im Tierheim finden sich Tiere aller Altersklassen, Farben, Größen und Charakterzüge. Es ist also für jede und jeden der passende Gefährte dabei. Und nicht nur das: Die Tierpfleger*innen kennen ihre Schützlinge und können umfangreich bei der Auswahl des passenden Tieres helfen. Halter*in und Hund haben so die Möglichkeit, sich zunächst kennenzulernen und zu beschnuppern. Eine super Basis für eine gemeinsame Zukunft! 

Ihr möchtet in einem Tierheim in eurer Nähe nach „eurem“ Vierbeiner suchen? Hier findet ihr eine Übersicht der Tierheime (11). 

Eine Adoption aus einem deutschen Tierheim ist wunderbar und jedes Tier hat diese Adoption verdient. Doch manche Menschen möchten einen Schritt weitergehen und einem Tier aus dem Ausland ein Heim schenken. Denn Tieren in deutschen Tierheimen geht es verhältnismäßig gut. Sie bekommen gutes Futter und medizinische Versorgung, wenn sie krank sind. Außerdem Beschäftigung und Streicheleinheiten von Pfleger*innen oder Pat*innen. Tieren im Ausland geht es wesentlich schlechter: Auf der Straße, in überfüllten Tierheimen oder Tötungsstationen kämpfen sie jeden Tag um ihr Überleben. 

Wenn die touristische Hochsaison naht, finden in Urlaubsregionen sogenannte „Säuberungen“ statt: Umherlaufende Straßentiere werden getötet, um das Stadtbild nicht zu beflecken (12). Dann gibt es noch die Tiere in den Tierheimen, die nicht an den deutschen Standard heranreichen. Sie sind überfüllt und es gibt nur das Futter, das gerade da ist. Selbst wenn es nur altes Brot ist. Es kommt sogar vor, dass sich die Hunde gegenseitig auffressen. Kranke und verletzte Hunde laufen herum ohne Aussicht auf medizinische Versorgung. Wer die Zustände in einem solchen Tierheim mal mit eigenen Augen gesehen hat, wird die Bilder nicht mehr los. 

Die Hunde in den Tötungsstationen hingegen haben nur eine gewisse Zeit (z.B. zwei Wochen), um ein neues Zuhause zu finden. Klappt es nicht, müssen sie sterben. Selbst in bestem Alter und bei bester Gesundheit. In den sozialen Medien tauchen immer wieder Bilder auf mit Bergen von toten Hunden und der Überschrift „…weil niemand uns wollte.“ Ein Schicksal, das kein Tier verdient hat.

Wer also ein Tier vor dem nahezu sicheren Tod bewahren möchte, sollte sich an eine der unzähligen Tierschutzorganisationen wenden, die es im Internet zu finden gibt: Viele spezialisieren sich auf ein Land, manche sogar auf eine bestimmte Art. Auch hier findet eine Beratung seitens der Organisation statt und es wird sicher der passende Hund gefunden. Manche von ihnen sind auch schon in Deutschland in einer Pflegestelle und können somit vor der Adoption getroffen werden. Und nach erfolgreicher Adoption kann ein neuer Hund auf die freie Pflegestelle nachrücken und hat somit die Chance, ebenfalls ein tolles Zuhause zu finden.  

Auch wenn die Aufnahme eines Auslands-Hundes an manchen Stellen mehr Arbeit und Geduld erfordert, lohnt es sich. Sie zeigen ihre Dankbarkeit jeden Tag. Und es ist eine wahre Freude, gemeinsame Schritte zu gehen und Erfolge zu spüren. Eine einzigartige Beziehung entsteht. 

Woher ein Tier kommen soll, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Und Fakt ist, dass jedes Tier ein würdevolles Leben verdient hat. Egal wo es herkommt. Dennoch unterstützt man gewisse Strukturen mit seiner Wahl, so dass die Entscheidung gut überlegt sein sollte. 

Die Hunde des VEGDOG-Rudels kommen aus dem Ausland, weil Tierschutz nicht nur für die Marke, sondern auch für jede und jeden Einzelnen des Teams einen hohen Stellenwert hat. Jeder Hund hat seine Geschichte, die sicher auch Spuren hinterlassen hat. Aber jeder von ihnen ist auf seine Art einzigartig und es ist wahres Geschenk, dass sie Teil unseres Lebens und unseres Teams sind. 

Wir fragen uns also: Wenn es so viele heimat- und familienlose Hunde gibt, die sich eine Familie, ein warmes Heim und einen vollen Napf wünschen, wieso müssen weitere Tiere nachgezüchtet werden? Daher möchten wir mitgeben: Bitte bedenkt, dass jeder Hund vom Züchter bedeutet, dass ein anderer Hund auf der Straße, im Tierheim oder in der Tötungsstation bleibt.

QUELLEN

1) VDH (o.A.): Rasselexikon. <https://www.vdh.de/welpen/rasse>

2) Merkur (2019): Kritik an Qualzuchten bei Haustieren. <https://www.merkur.de/leben/tiere/kritik-an-qualzuchten-bei-haustieren-zr-11738464.html>

3) Planet Wissen (2020): Qualzuchten bei Hunden. <https://www.planet-wissen.de/natur/tier_und_mensch/tierzucht/qualzuchten-100.html>

4) Planet Wissen (2021): Merle-Hunde – Schönheit mit Gendefekt. <https://www.planet-wissen.de/video-merle-hunde—schoenheit-mit-gendefekt-100.html>

5) PETA (2020): Diese 17 “Haustiere” sind Qualzuchten – Merkmale und Krankheiten. <https://www.peta.de/themen/qualzucht-haustiere/>

6) Deutscher Tierschutzbund e.V. (o.A.): Qualzucht beim Heimtieren. <https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/qualzucht/>

7) Vier Pfoten (o.A.): Illegalen Welpenhandel stoppen. <https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/heimtiere/hunde/illegaler-welpenhandel?fbclid=IwAR1yit9Xj1euCsZahbyFabNXQ7vdpBeYXr3qANQQoq-xRDoCLik22YGVxHM>

8) Deutscher Tierschutzbund e.V. (o.A.): Illegaler Welpenhandel. <https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/illegaler-welpenhandel/>

9) Vier Pfoten (o.A.): Illegalen Welpenhandel melden. <https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/heimtiere/hunde/illegaler-welpenhandel/illegalen-welpenhandel-melden>

10) Deutscher Tierschutzbund e.V. (o.A.): Tiervermittlung. <https://www.tierschutzbund.de/organisation/einrichtungen/zentrum-weidefeld/tiervermittlung/>

11) Deutscher Tierschutzbund e.V. (o.A.): Finden Sie die Tierheime in Ihrer Nähe. <https://www.tierschutzbund.de/organisation/ueber-uns/tierheime/>

12) Planet Wissen (2017): Tiere im Heim. <https://www.planet-wissen.de/natur/tier_und_mensch/tiere_im_heim/index.html>

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